20. Workshop in Emden

20. Workshop vom 29.04.-01.05.2011

Anreise der Teilnehmerinnen bis ca. 1900 Uhr am Tagungsort in der Seemannsmission Emden. Abendessen: Gyros Suppe und belegte Brötchen.

2000 Uhr Abfahrt zur Windlift I. Die Windlift I liegt oder besser gesagt seht auf ihren vier Beinen am Kai der Siag (ehemals Nordseewerke) zur einjährigen Klasse. Wir erhalten eine beeindruckende Führung geleitet vom Kapitän der Windlift I, Herrn Rainer Müller.

Der Rundgang führt uns über die Brücke mit ihrer DP Ausrüstung und der Mimik für die vier Beine mit einem kurzen Zwischenstopp am Notgenerator Raum zum Helikopterdeck. Damit haben wir den höchsten Punkt erreicht. Anschließend geht es außerhalb der Aufbauten an Deck, wo wir uns ein Bein des riesen Schiffs und seine Arbeitsweise genau ansehen können. Es werden weiter die verschiedenen Hebewerkzeuge und ihre Arbeitsweise ausführlich erklärt.
Die Windlift I ist ein Plattformschiff gebaut im litauischen Klaipeda, um Windkraftanlagen im Windpark Bard Offshore 1 zu errichten. Der Windpark befindet sich etwa 60 sm nordwestlich von Borkum. Auf einer Fläche von 60 qkm sollen 80 Windkraftanlagen des Typs Bard 5.0 errichtet werden, 17 Einheiten stehen bereits.

Wir erhalten die technischen Daten der Windlift I:
Maximal Geschwindigkeit: 10 kn
Tiefgang: 3,5 m
Länge: 103,8 m
Breite: 36 m
Gewicht: 7.900 t

Das Schiff oder besser die Plattform hebt sich mit den 2x4 Hydraulikzylindern, die mit einem Druck von 300 bar arbeiten um 1 m/Min aus dem Wasser. Sie wird von vier 360° Ruderpropellern mit je 1.100 kW angetrieben. Es wird schnell klar, dass die Windlift I ein sehr wartungsintensives Schiff ist.

Die Windlift I errichtet Windkraftanlagen positionsgenau. Am Standort hebt es sich hydraulisch mit den vier 71 m hohen Beinen aus dem etwa 40 m tiefen Wasser. Es befindet sich dann bis zu 10 m über dem Wasser, diese Höhe ist notwendig um die Plattform vor Wellenschlag zu schützen.

Das Schiff ist ein sogenanntes DP1-Schiff, das Computer gestützt automatisch in Position gehalten wird. Es nutzt dazu Messwerte von Windströmung und Kreiselkompass. Das Computerprogramm enthält ein mathematisches Modell des Schiffes. In Kombination mit den externen Informationen errechnet der Computer den nötigen Steuerwinkel und die Strahler- bzw. Propellerleistung.

Die Bauteile der Windkraftanlagen werden von Supply-Schiffen und Bargen zum Windpark angeliefert. Die Fundamentrohre werden mit der sogenannten Schablone am Heck und dem 500 t Kran exakt im Meeresboden positioniert. Anschließend werden sie mit dem 200 t schweren Rammhammer in den Boden getrieben und das 450 t wiegende Stützkreuz aufgesetzt. Danach werden der Turm, die Gondel und der Rotorstern mit 122 m Durchmesser installiert.

Weiter macht uns Kapitän Müller auf die Nabelschnur der Windlift I aufmerksam. Diese ist zum Erhalt des Kühlwasserkreislaufes notwendig. Inzwischen habe man sich aber für den Notfall auch eine Möglichkeit überlegt, das Ballastwasser im Kreis zu pumpen. Er weißt auch daraufhin, dass gute Seeleute gefragt sind.

Weitere Informationen findest Du unter: http://www.bard-offshore.de/en/projects/offshore/bard-offshore-1.

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